Berufsorientierung

Die Berufsvorbereitung erfolgt in drei Modulen, die im Folgenden vorgestellt werden.




 

Unterricht


Das Unterrichtsfach WAT (Wirtschaft – Arbeit – Technik) wird entsprechend der Stundentafel in den Klassenstufen 5 bis 10 unterrichtet.

In den Klassenstufen 5 und 6 werden erste Erfahrungen mit unterschiedlichen Werkstoffen gemacht und handwerkliche Fähigkeiten entwickelt.

Holz- und Metallbearbeitung sind Schwerpunkte in den Klassen 7 und 8. Die Bandbreite umfasst die Fertigung einfacher Werkstücke – angefangen bei einer technischen Zeichnung, den Umgang mit verschiedenen Werkzeugen bzw. die Arbeit an Maschinen bis zur Kontrolle des Endprodukts. Hinzu kommt noch der Unterricht in der Lehrküche und Textilwerkstatt. Dabei geht es darum, dass die Schüler lernen, aktiv einen Fertigungsprozess zu gestalten sowie das spezifisches Fachwissen des jeweiligen Schwerpunktes zu erwerben.

Betriebsbesichtigungen, Internetrecherche zu Betrieben der Region sowie gesetzliche Bestimmungen z. B. zum Jugendarbeitsschutz sind Vorbereitungen auf des Schülerbetriebspraktikum in den Klassenstufen 9 und 10. Es werden Blockpraktika und wöchentliche Praktikumstage durchgeführt. Im Rahmen der Berufsvorbereitung besuchen alle Schüler das BIZ Berufsinformationszentrum, die Bildungsmesse YOULAB und den Projekttag „Komm auf Tour“.



Projekt „Bildungsketten – Berufseinstiegsbegleitung“


Die Lindenschule ist seit 2010 Teilnehmer des Projektes „Bildungsketten – Berufseinstiegsbegleitung“ eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Sport.

Über die Potentialanalyse in der achten Klasse werden in Absprache mit den Lehrern und der Schulleitung die Schüler ausgewählt, die ab der neunten Klasse dann drei Jahre lang von der Berufseinstiegsbegleitung individuell betreut werden.

Sie hilft den Schülern

  • den bestmöglichen Schulabschluss zu erreichen,

  • ein realistisches Berufsziel zu entwickeln, unter anderem durch die Vermittlung geeigneter Praktikumsplätze

  • ihre Persönlichkeit weiter zu entfalten

  • sich im ersten Ausbildungsjahr bzw. in einer Übergangsmaßnahme nach der Schulzeit zurechtzufinden

  • die Ausbildungsreife zu erlangen

  • den Bewerbungsprozess erfolgreich zu bestehen.

Dabei kooperiert die Berufseinstiegsbegleitung eng mit der Schulleitung, den Lehrkräften und den Eltern der teilnehmenden Schüler.

Durch diese praxisnahe Berufsorientierung, die den Fokus auf die Stärken der Jugendlichen und die Förderung ausbildungsrelevanter Kompetenzen legt, können die Schüler trotz oft schwieriger Ausgangslage den Übergang von der Schule in die Berufswelt schaffen.




Schülerbetriebspraktikum in Klassenstufe 9 und 10


Nach einem einwöchigen Kennenlernpraktikum sind die Schüler jeweils einen Tag in der Woche in ihrem Praktikumsbetrieb tätig. Jeder Schüler kümmert sich selbständig um seinen Praktikumsplatz. Dieser kann den späteren Berufsvorstellungen der Schüler bereits entsprechen. Somit haben die Schüler schon einmal die Möglichkeit, in ihrem Traumberuf zu arbeiten. Sie kommen möglicherweise zu der Überzeugung, dass ihre Vorstellungen von ihrem Traumberuf realitätsfern oder genau zutreffend waren. Es kann aber auch sein, dass sich der Traumberuf als „Alptraumberuf“ herausstellt. Sie erfahren, welche Anforderungen (z.B. körperliche Konstitution, das schulische Grundwissen, den Umgang mit Messwerkzeugen) an den Beruf gestellt und welche Voraussetzungen erfüllt werden.

Das Praktikum soll aber auch den Schülern Erfahrungen vermitteln, die noch gar keine Vorstellungen von ihrer Berufswahl haben. Es ist somit ein Betätigungs- und Erprobungsfeld für die Schüler. Dies wird dadurch unterstützt, dass die Praktikumsplätze halbjährlich gewechselt werden. Somit hat jeder Schüler die Möglichkeit, sich insgesamt in vier unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern, auszuprobieren. Dies wird von vielen Schülern auch genutzt. In einigen Fällen konnten Schüler auch aus ihrem Schulbetriebspraktikum heraus als Auszubildende übernommen werden.

Während des Praktikums steht der Klassenlehrer betreuend und beratend zur Seite. Er besucht die Schüler in regelmäßigen Abständen im Praktikumsbetrieb und hält die Verbindung zwischen Schule und Betrieb aufrecht.

Neben der praktischen Arbeit im Betrieb haben die Schüler die Aufgabe, ihren Praktikumshefter zu führen. Dieser beinhaltet Informationen zum Praktikumsbetrieb, zu den Sicherheitsvorschriften im Betrieb, zu den Arbeitszeiten und nicht zuletzt sollen die Schüler ihre Tätigkeiten im Betrieb protokollieren. Dazu zählen Berichte, Beschreibungen von Arbeitsgängen etc.

Die Schüler sind für die Führung ihres Anwesenheitsnachweises ebenfalls selbst verantwortlich. Entsprechend der Verfahrensweise im realen Berufsleben, haben sich die Schüler im Betrieb an- und abzumelden, bei Krankmeldung hat diese sowohl im Betrieb als auch in der Schule zu erfolgen. Hier übt der Klassenlehrer lediglich eine Kontrollfunktion aus.

Die Praktikumsbenotung erfolgt als Zusammenfassung der Beurteilung der Praktikumsbetriebe (jeweils nach der Kennenlernwoche und zum Halbjahr) als praktischer Teil. Der theoretische Teil beinhaltet die Führung des Praktikumshefters und die Beurteilung der begleitenden Aufgabenstellungen (Berichte, Tätigkeitsbeschreibungen).